Pflegeformen

Aromapflege

Unter Aromapflege verstehen wir die äusserliche Anwendung ätherischer Öle bei Befindlichkeitsstörungen. Geruchseindrücke prägen Neugeborene, beeinflussen Gesunde sowie Kranke und begleiten Sterbende. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Heilen und Leben mit Düften schon seit tausenden von Jahren auf der Erde verbreitet ist und nun führt uns das alte Wissen und unsere Entwicklungsgeschichte wieder zu einem Erfahrungswerten Prozess mit ätherischen Ölen.

Aromapflege ist eine Aufforderung zum echten Umgang mit uns selbst und anderen, uns selbst und unseren Mitmenschen etwas Gutes zu tun: Zeitgeschenke, liebevolle Berührungen und Aufmerksamkeit. Die Anwendung von Düften beschönigt keinen körperlichen Vorgang und betäubt keinen seelischen Schmerz, sondern hilft, diese Vorgänge mit freiem Geist zu erfahren. Ätherische Öle lenken nicht vom Geschehen ab, vielmehr helfen sie es wahrzunehmen und hüllen so manches schmerzliche oder betrübende Lebensthema in duftende Farben. So können wir durch das Wahrnehmen mit den Ölen einen Weg zum duftenden Glück finden.

Aromapflege wird nach Absprache mit dem Bewohner und dem Arzt als Alternative, oder neben medikamentösen Therapien angewendet. Es lohnt sich, mit geeigneten Düften eine harmonische Behandlungs- und Arbeitswelt zu schaffen.

Basale Stimulation

Basal stimulierende Pflege bietet dem Menschen - der in seinen Möglichkeiten die Umwelt
und sich selber wahrzunehmen eingeschränkt ist - ganz gezielt fördernde und aktivierende Wahrnehmungsmöglichkeiten an. Durch die Basale Stimulation haben wir die Möglichkeit aktiv mitzuwirken und den Menschen ganz gezielt Angebote für ihre persönliche Wahrnehmungs-, Entwicklungs- und Kommunikationsfähigkeit zu machen. Die Sinne werden angesprochen und wir können z.B. förderlich, stabilisierend, aktivierend und vor allem beruhigend auf den Menschen einwirken.
Wir können die Wahrnehmung des Körpers beleben und dadurch evtl. krankheitsbedingt fehlendem Körperbewusstsein und vor allem auch dem Gefühl der Verlorenheit entgegenwirken. Das Gefühl für Wohlbefinden und Sicherheit kann somit ganz entscheidend gefördert werden.
 

Betreuung Demenzkranker

Wir sehen auch den dementen Bewohner als einen Menschen mit eigener Persönlichkeit, mit Fähigkeiten und Bedürfnissen, Vorlieben und Abneigungen und einer eigenen Lebensgeschichte, die ihn geprägt hat. Wir wissen um seine Einmaligkeit, respektieren den Menschen in seiner Ganzheit und lassen uns auf seine Persönlichkeit und seine Welt ein.
Aus diesem Grunde ist es für uns selbstverständlich, den Menschen unterstützend in seiner Selbstbestimmung bis zum Lebensende individuell zu begleiten. Unser Ziel ist es, das Recht auf Schutz und Freiheit zu wahren und die notwendigen Maßnahmen individuell in der konkreten Situation zu bedenken.
Bei der segretativen Wohnform leben Demenzerkrankte auf spezialisierten, geschützten Stationen. Bei der integrativen Form der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz, für welche wir uns im Neugut entschieden haben, leben die Bewohner zusammen auf den Stationen. Ziel des integrativen Wohnmodells ist die Aktivierung und Förderung der gesunden Persönlichkeitsanteile der Demenzerkrankten durch das Zusammenleben mit den kognitiv intakten Menschen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass dies eine fördernde Wirkung hat und den Krankheitsverlauf vorteilhaft beeinflussen kann.

Kinaesthetics

Der Begriff Kinaesthetics kann mit „Kunst/Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung“ übersetzt werden. Durch interne Schulungen befähigen wir unsere Mitarbeiter, die eigene Bewegung im Kontakt mit anderen Menschen so einzusetzen, dass diese in Ihrer eigenen Bewegungskompetenz beziehungsweise in ihrer Selbstwirksamkeit gezielt unterstützt werden. Die Achtsamkeit für die Qualitäten und Unterschiede der Bewegung in alltäglichen Aktivitäten wird gefördert. Ebenso ermöglicht Kinaesthetics die kognitive Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen und wissenschaftlicher Forschung. Dabei geht es um die kompetente Bewegung im Alltag.

Palliativ Care

Für uns ist Palliative Care ein Handlungsansatz, der die Lebensqualität jener Menschen und ihrer Familien verbessert, die sich mit Problemen konfrontiert sehen, wie sie unheilbare Erkrankungen mit sich bringen. Dies geschieht durch die Verhütung und Linderung von Leidenszuständen. Dabei werden Schmerzen und andere Probleme, die in den Lebensphasen von Krankheit, Sterben und Tod entstehen, seien sie körperlicher, seelischer, sozialer und/oder spiritueller Art, frühzeitig erkannt. Unsere Aufgabe als Begleitpersonen ist es, die Themen dieser Menschen (sprachlich oder nonverbal), selbst bestimmen und ausdrücken zu lassen. Wir wollen diese Äusserungen sensibel wahrnehmen und unser Handeln, Denken oder Fühlen anpassen.

Validation

Validation ist ein Weg zum Verständnis und zum wertschätzenden Umgang. Dies heisst auch, die desorientierten betagten Menschen, die zum Teil in der Vergangenheit leben, so zu akzeptieren wie sie sind. Wer validiert, geht mit in die Gefühlswelt der autobiographisch, zeitlich und örtlich desorientierten Menschen – geht in den Schuhen des Anderen.
So versuchen wir, Vertrauen und Nähe herzustellen, um konkrete Konflikte in Situationen des Pflegealltags zu entschärfen.